Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
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Gründung 1973
Ort Oldenburg
Bundesland NiedersachsenNiedersachsen Niedersachsen
Land DeutschlandDeutschland Deutschland
Präsident Hans Michael Piper
Studierende 15.643 (WS 2017/18)[1]
Mitarbeiter 2.496 (2016)[1]
davon Professoren 210 (2016)[1]
Jahresetat 224,3 Mio. € (inkl. Drittmittel) (2015)[1]
Netzwerke Netzwerk Mittelgroße Universitäten

Verbund Norddeutscher Universitäten

Website uol.de
Luftaufnahme der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

Die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg ist eine staatliche Universität in Oldenburg mit 15.643 Studierenden und 2.496 Mitarbeitern.[1]

Geschichte

Luftaufnahme des Campus der Universität am Standort Ammerländer Heerstraße
Luftaufnahme des Campus der Universität am Standort Uhlhornsweg
Luftaufnahme des Campus der Universität am Standort Wechloy (Bildmitte links neben der Eisenbahnlinie)

Am 7. März 1793 wurde das Evangelische Lehrerseminar Oldenburg durch Herzog Peter Friedrich Ludwig gegründet. Ein Seminargarten für die Lehrerausbildung wurde 1882 angelegt. Er wurde schrittweise zum Botanischen Garten in seiner heutigen Form ausgebaut. Er ist die einzige Einrichtung in der Lehrerausbildung des Großherzogtums Oldenburg, die bis heute erhalten geblieben ist. Die Ausbildung von Lehrern wurde durch den Landtag des Freistaates Oldenburg am 27. März 1929 durch die Errichtung der Pädagogischen Akademie in Oldenburg weiter verfolgt. Am 1. Oktober 1945 öffnete die Akademie als erste Lehrerausbildungsstätte im Nachkriegsdeutschland und 1948 folgte eine Umbenennung in Pädagogische Hochschule Oldenburg.

Der erste Schritt in Richtung Universität erfolgte am 23. Februar 1959 mit dem Entschluss des Rates, der Stadt eine Universität zu errichten, der am 13. März 1970 mit der Denkschrift zur Gründung der Universität Oldenburg und Osnabrück des niedersächsischen Kultusministers umgesetzt wurde.

Im Rahmen der Reform und Ausweitung des Hochschulsystems am 5. Dezember 1973 gegründet, wurde 1974 der Lehrbetrieb mit 2.400 Studierenden aufgenommen. Die Benennung nach dem Nobelpreisträger und Widerstandskämpfer Carl von Ossietzky lehnten die Landesregierungen unter den Ministerpräsidenten Alfred Kubel und Ernst Albrecht ab. Erst 1991 wurde durch den damaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten Gerhard Schröder der Name im Einklang mit der Novellierung des Niedersächsischen Hochschulgesetzes eingeführt.

1984 wurde das Lehrangebot um den Studiengang Informatik erweitert. Seit dem Wintersemester 2007/2008 wird neben Informatik auch Wirtschaftsinformatik als eigenständiger Studiengang angeboten. Die bis 2002 geführten elf Fachbereiche gingen durch Zusammenlegung und Umorganisation in fünf Fakultäten auf.

European Medical School Oldenburg Groningen

Die Universität Oldenburg bietet nach einer positiven Stellungnahme des Wissenschaftsrates und einer Finanzierungszusage des Landes zum Wintersemester 2012/13 erstmals ein Studium der Humanmedizin an. Dafür wurde eine medizinische Fakultät aufgebaut, die in enger Kooperation mit der Rijksuniversiteit Groningen in den Niederlanden im Rahmen der European Medical School Oldenburg-Groningen einen durchgängigen 12-semestrigen Modellstudiengang nach den Vorgaben der ärztlichen Approbationsordnung mit dem Abschluss eines Staatsexamen eingerichtet. Studierende aus Groningen können einen Teil des Studiums in Oldenburg absolvieren; Studierende aus Oldenburg verbringen mindestens ein Jahr ihres Studiums in Groningen. In der European Medical School kann auch der niederländische Master of Science in Geneeskunde der Rijksuniversiteit Groningen erworben werden, der nach Europarecht zur Ausübung der ärztlichen Tätigkeit in allen Staaten der Europäischen Union berechtigt.[2]

Fakultäten

  • Fakultät I – Bildungs- und Sozialwissenschaften
Institut für Pädagogik
Institut für Sonder- und Rehabilitationspädagogik
Institut für Sozialwissenschaften
Department für Informatik
Department für Wirtschafts- und Rechtswissenschaften
Institut für Anglistik / Amerikanistik
Institut für Germanistik
Institut für Niederlandistik
Institut für Slavistik
Institut für Kunst und visuelle Kultur
Institut für Materielle Kultur
Institut für Musik
  • Fakultät IV – Human- und Gesellschaftswissenschaften
Institut für Geschichte
Institut für Evangelische Theologie
Institut für Philosophie
Institut für Sportwissenschaft
Institut für Biologie und Umweltwissenschaften (IBU)
Institut für Chemie (IfC)
Institut für Physik (IfP)
Institut für Mathematik (IfM)
Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM)
Department für Humanmedizin
Department für Medizinische Physik und Akustik
Department für Neurowissenschaften
Department für Psychologie
Department für

Präsidium

Das Präsidium besteht aus dem Präsidenten Hans Michael Piper und vier Vizepräsidenten.

Funktion Name
Präsident Hans Michael Piper
Vizepräsident für Verwaltung und Finanzen Jörg Stahlmann
Vizepräsident für Forschung und Transfer Meinhard Simon
Vizepräsidentin für Studium, Lehre und Gleichstellung Sabine Kyora
Vizepräsidentin für Wissenschaftlichen Nachwuchs und Internationales Esther Ruigendijk

Hochschulrat

Der Hochschulrat besteht aus sieben Personen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur und sind vom Senat der Universität Oldenburg und dem Niedersächsischen Wissenschaftsministerium als Mitglieder des Hochschulrats bestellt worden.

Name Funktion Bemerkung
Jörg Waskönig Vorsitzender des Hochschulrates Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes Oldenburg (AGV) und
Geschäftsführer Fa. Waskönig + Walter Kabelwerke
Karin Lochte
Carsten Mühlenmeier
Wilhelm Schmitz
Andrea Strübind
Felix Thalmann
Dorothea Wagner Stellvertretende Vorsitzende

Senat

Name Funktion Liste
Vorsitzender ohne Stimmrecht
Hans Michael Piper Präsident der Universität Oldenburg
Hochschullehrer mit Stimmrecht
Nanna Fuhrhop FK III – Institut für Germanistik Liste demokratische Hochschule
Georg Martin Klump FK VI – Department für Neurowissenschaften Liste demokratische Hochschule
Axel Hahn FK II – Department für Informatik Liste demokratische Hochschule
Christiane Thiel FK VI – Department für Psychologie Liste demokratische Hochschule
Mehtap Özaslan FK V – Institut für Chemie Liste Hochschulautonomie
Martin Georg Fränzle FK II – Department für Informatik Liste Hochschulautonomie
Bernd Siebenhüner FK II – Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftspädagogik Liste Universität im Umbruch
Mitarbeitergruppe mit Stimmrecht
Jürgen Köster FK V – Institut für Chemie und Biologie des Meeres Liste 1 Mittelbauinitiative
Stefan Uppenkamp FK VI – Department für medizinische Physik und Akustik

Medical Physics Section

Liste 2 Interessenvertretung Mittelbau-
Hochschulautonomie
Studierendengruppe mit Stimmrecht
Dirk Stalhut RCDS – Es ist Deine uni!
Kristina Kötterheinrich links2.grün divers
MTV-Gruppe mit Stimmrecht
Renke Schütte Fakultät V ver.di
Ute Hermannsen BIS ver.di
Beratende Mitglieder
Jörg Stahlmann Vizepräsident für Verwaltung und Finanzen
Meinhard Simon Vizepräsident für Forschung und Transfer
Sabine Kyora Vizepräsidentin für Studium, Lehre und Gleichstellung
Esther Ruigendijk Vizepräsidentin für Wissenschaftlichen Nachwuchs und Internationales
Karsten Speck Dekan Fakultät I, Institut für Pädagogik
Ernst-Rüdiger Olderog Dekanin Fakultät II, Informatik, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften
Albrecht Hausmann Dekanin Fakultät III, Sprach- und Kulturwissenschaften
Thomas Alkemeyer Dekanin Fakultät IV, Human- und Gesellschaftswissenschaften
Christoph Lienau Dekanin Fakultät V, Mathematik und Naturwissenschaften
Hans Gerd Nothwang Dekanin Fakultät VI, Medizin und Gesundheitswissenschaften
Barbara Moschner Direktorin des Didaktischen Zentrums
Anne Kosfeld Zentrale Gleichstellungsbeauftragte
Eike Köhler Vertreter der Studierendenschaft aus dem StuPa
Wilfried Schumann Leiter Psychologischer Beratungsservice
Petra Mende Personalrat
Swantje Müller Promovierendenvertretung

Center für lebenslanges Lernen (C3L)

C3L-Gebäude

Das Center für lebenslanges Lernen (C3L) ist ein wissenschaftliches Zentrum der Universität Oldenburg, das sich mit Fragen der Weiterbildung und des lebenslangen Lernens in Forschung und Lehre befasst und forschungsorientierte sowie praxisrelevante Weiterbildungsangebote entwickelt und bereitstellt. Als wissenschaftliches Zentrum mit interdisziplinärer und transdisziplinärer Ausrichtung liegt der Schwerpunkt der Forschungs- und Entwicklungsarbeit des C3L in der Weiterbildung an Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen sowie dem Aufbau von berufsbegleitenden Programmen.

Das C3L bietet u. a. Studiengänge zum Erwerb des Bachelor und des Master an:

  • Business Administration in mittelständischen Unternehmen (B.A.)
  • BWL für Leistungssportler (B.A.)
  • Bildungs- und Wissenschaftsmanagement (MBA)
  • Master of Distance Education & E-learning (MDE) - An online master program
  • Informationsrecht (LL.M.)
  • Innovationsmanagement und Entrepreneurship (MBA)
  • Risikomanagement für Finanzdienstleister (M.Sc.)

Weitere Angebote umfassen eine psychotherapeutische Ausbildung und postgraduale Weiterbildungsprogramme in den Feldern Beratung, Coaching und Konfliktmanagement. Zusätzlich organisiert das C3L die Aktivitäten der Universität Oldenburg im Sinne einer offenen Hochschule, z. B. mit dem Gasthörstudium und dem Hochschulzugang ohne Abitur.

Partnerschaften

Gemeinsam mit der Stadtbibliothek der Stadt Oldenburg organisiert die „Forschungsstelle Kinder- und Jugendliteratur“ („olfoki“) die alljährlich stattfindende „Oldenburger Kinder- und Jugendbuchmesse (KIBUM)“. Die „olfoki“ setzt sich weitgehend aus Mitgliedern der Fakultät III der Universität zusammen.[3]

Die Universität ist Mitglied im Sokrates-/Erasmus-Partnerprogramm, einer Partnerschaft für den Studentenaustausch vieler Universitäten Europas.

Weiterhin werden Beziehungen zu 38 weiteren Universitäten auf fünf Kontinenten gepflegt. Zur Verbesserung von Lehre und Forschung ist die Universität am Verbund Norddeutscher Universitäten beteiligt.

Standorte

Campus Haarentor, Hörsaalgebäude
Campus Haarentor, Mensa, Universitätsbibliothek
Campus Wechloy
Campus Haarentor, Blick auf den Innenhof

Der größte Standort ist der Campus Haarentor. Anfang der 1960er Jahre wurden die Gebäude der Pädagogischen Hochschule errichtet, die heute noch als Nebengebäude genutzt werden. In den 1970ern wurde die Universität durch zwei Hörsaalbauten und das zentrale Allgemeine Verfügungs-Zentrum (AVZ) erweitert. Am 15. Oktober 1982 verlagerte sich der Zentralbereich durch einen Neubau, der nun Mensa, Bibliothek und Sportzentrum beinhaltet. Das Präsidium der Universität und einige weitere Verwaltungsbereiche sind 1999 in das Ökozentrum in direkter Nähe zur Uni gezogen. 2001 erfolgte die letzte bauliche Erweiterung durch ein Hörsaalzentrum und ein Institutsgebäude.

Der Campus Wechloy wurde zeitgleich mit der Erweiterung des Standortes Uhlhornsweg 1982 errichtet. Dort lehren und forschen die Mitglieder der Fakultät V und z. T. der Fakultät VI. Mit der Einweihung am 10. Oktober 1994 befindet sich dort der Bau des Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM), seit dem 20. September 2002 die Gebäude des Hörzentrums. Darüber hinaus befindet sich auf dem Campus Wechloy die Bereichsbibliothek für die naturwissenschaftlichen Fächer sowie für die Fächer Mathematik und Sport.[4]

Der Botanische Garten geht auf das Jahr 1882 zurück. Neben dem Standort Philosophenweg gibt es den nicht-öffentlichen Standort Küpkersweg. 2007 feierte der Botanische Garten Oldenburg sein 125-jähriges Jubiläum.[5]

Der Standort Wilhelmshaven wurde am 1. Januar 2008 gegründet, als das 1994 gegründete Forschungszentrums Terramare in das Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) integriert wurde.[6][7]

Schwerpunkte

Die Universität wurde in den 1970er Jahren bekannt durch das besondere Konzept der einphasigen Lehrerbildung. Sie zeichnet sich auch heute durch ein starkes Profil in der Lehrerbildung aus. Sie verfügt bei den Studiengängen über alle Lehrämter. Auch die fachdidaktische Lehr-Lernforschung mit dem Promotionsprogramm Didaktische Rekonstruktion (Prodid) genießt hohes Ansehen. Die Carl von Ossietzky Universität hat schon 1995 mit der RÖSA (Regionale ökologische Sachunterrichtslernwerkstatt) eine der ersten universitären Lernwerkstatteinrichtungen gegründet. Weitere besondere Schwerpunkte in der Forschung liegen in der Informatik, der Akustik, den regenerativen Energiequellen mit dem internationalen Studiengang Renewable Energies, der Geschlechterforschung sowie der Neurobiologie. Zudem stellte die Universität mit Beginn des Wintersemesters 2005/2006 sämtliche Studiengänge auf die im Bologna-Prozess projektierten Bachelor- und Master-Studiengänge um. Sie ist damit eine der ersten Universitäten Deutschlands, die diesen Schritt durchführten.

2012 war die Universität im Rahmen der Exzellenzinitiative mit ihrem Exzellenzclusterantrag „Hearing4all“ erfolgreich.[8] Der mit einer Fördersumme von 34 Millionen Euro beantragte Cluster hat das Ziel, die Verbesserung des Sprachverstehens im Störlärm zu erforschen.[9]

An-Institute

An-Institute sind eng mit der Universität verbundene, rechtlich jedoch selbständige Organisationen. Die Universität führt 14 An-Institute an:[10]

Hörzentrum Oldenburg
LTP GmbH
OFFIS