Kölner Dom
UNESCO-Welterbe-Emblem UNESCO-Welterbe

Kölner Dom von Osten.jpg
Staatsgebiet: DeutschlandDeutschland Deutschland
Typ: Kultur
Kriterien: (i)(ii)(iv)
Referenz-Nr.: 292
UNESCO-Region: Europa und Nordamerika
Geschichte der Einschreibung
Einschreibung: 1996  (Sitzung 20)
Erweiterung: 2008
Rote Liste: 2004–2006
Westfassade, 2013, Arbeitsgerüst mit Steinschlagschutz am Nordturm
Kölner Dom mit Hohenzollernbrücke bei Anbruch der Dunkelheit
Dom, Hauptbahnhof und Hohenzollernbrücke

Der Kölner Dom (offiziell: Hohe Domkirche Sankt Petrus) ist eine römisch-katholische Kirche in Köln unter dem Patrozinium des Apostels Petrus.[1] Er ist die Kathedrale des Erzbistums Köln sowie Metropolitankirche der Kirchenprovinz Köln und war bis Ende 2009 auch Pfarrkirche der Domgemeinde, ist aber seit 2010 von der Pfarrseelsorge exemt.[2] Der Dom ist 157,38 Meter hoch und war von 1880 bis 1884 das höchste Gebäude der Welt. Er ist nach dem Ulmer Münster das zweithöchste Kirchengebäude Europas sowie das dritthöchste der Welt.

Der Dom ist die meistbesuchte Sehenswürdigkeit Deutschlands: Das Domkapitel gibt 20.000 bis 30.000 Besucher pro Tag an,[3] das entspricht sieben bis acht Millionen jährlich.[4] Ihn besuchte Papst Benedikt XVI. zum Weltjugendtag 2005. Daran erinnert im Mittelschiff eine vom Kölner Bildhauer Heribert Calleen gestaltete bronzene Gedenktafel.[5]

Der Dom steht rund 250 Meter vom Rhein entfernt an der ehemaligen nördlichen römischen Stadtgrenze in direkter Nachbarschaft von Hauptbahnhof, Hohenzollernbrücke, Museum Ludwig und Römisch-Germanischem Museum. Er ist auf dem Domhügel rund 17 m über dem Rhein von einer modernen Betonkonstruktion, der Domplatte, umgeben. Seine Postanschrift lautet: Domkloster 4, 50667 Köln.

Der Kölner Dom gehört seit 1996 zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist einer der größten im gotischen Baustil. Seine Westfassade mit den beiden Türmen hat eine Fläche von über 7100 m² und ist damit die größte der Welt. In ihm sehen viele Kunsthistoriker eine einmalige Harmonisierung sämtlicher Bauelemente und des Schmuckwerks im Stil der spätmittelalterlich-gotischen Architektur verwirklicht. Seinem Baubeginn im 13. Jahrhundert, während der Zeit der Gotik, folgte ein jahrhundertelanger Baustopp. Er wurde erst im 19. Jahrhundert, während der Zeit der Neugotik, nach mittelalterlichen Plänen, die 1814/1816 wiedergefunden wurden, weitergebaut und schließlich 1880 mit der charakteristischen Doppelturmfassade vollendet. Die mittelalterliche Gotik hat nur zwei bedeutende Kirchtürme dieser durchbrochenen Bauart hervorgebracht: Straßburg und Freiburg. Alle anderen ähnlichen Türme wie in Ulm oder Regensburg sind Werke der Neugotik.

Geschichte

Antike und frühmittelalterliche Architektur

Frühchristliches Baptisterium östlich des Domchors

Unter dem Dom wurden Reste römischer Wohnhäuser des 1. bis 4. Jahrhunderts ausgegraben. Im späten 4. oder im 5. Jahrhundert entstand unter dem Chor des heutigen Domes ein 30 bis 40 m langer Apsidenbau, der vielleicht schon eine erste Kirche war. Der Apsidenbau wurde noch im 5. oder frühen 6. Jahrhundert durch einen ähnlich großen Bau abgelöst. In diesen Bau wurden in den 530er-Jahren reiche fränkische Fürstengräber eingebracht, was auf eine kirchliche Nutzung hinweist. Darüber entstand in der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts eine neue Kirche, die archäologisch durch ihre schlüssellochförmige Kanzel (Ambo) erkennbar ist. Diese Kirche bestand wohl bis um 800 und wuchs in Richtung Westen bis etwa zur Größe des nachfolgenden Alten Domes.

Außerdem befinden sich noch östlich des heutigen Domchores die Überreste eines aus dem 6. Jahrhundert stammenden Baptisteriums (ein von einer Kirche abgetrennter Taufraum). Es besitzt noch ein achtseitiges Taufbecken (Taufpiscina). Das Baptisterium selbst war erst rechteckig, wurde dann kreuzförmig erweitert, und war schließlich wieder rechteckig. Es war über zwei seitliche Gänge mit der Kirche verbunden. Das Baptisterium wurde wahrscheinlich im 9. Jahrhundert beim Bau des alten Domes abgerissen und durch einen im alten Dom aufgestellten Taufstein ersetzt.

Alter Dom

Der alte, karolingische Dom, Nachzeichnung aus dem Hilliniuscodex der Kölner Dombibliothek nach Hasak, Dom, 1911
Gerokreuz – ältestes erhaltenes Großkruzifix aus brennbarem Material und nördlich der Alpen

Der Alte Dom oder Hildebold-Dom ging dem heutigen Dom unmittelbar voraus. Er wurde am 27. September 873 geweiht. Zu dieser Zeit war Erzbischof Hildebold schon lange tot. Er mag für Teile des merowingischen Vorgängerdoms in seiner letzten Umbauphase noch als Bauherr und als Stifter fungiert haben, insbesondere für dessen Westteil mit dem St.-Galler-Ringatrium. Aber vielleicht gründete er auch selbst den Alten Dom, der nach den archäologischen Quellen ab 800 entstanden sein könnte.

Der Alte Dom hatte ein Langhaus, das an beiden Enden durch Querhäuser begrenzt wurde. Er war Vorbild für viele europäische Kirchen aus seiner Zeit und beherbergte schon das im 10. Jahrhundert entstandene Gerokreuz, das zweitälteste erhaltene Monumentalkruzifix Europas. Der Alte Dom sollte 1248 nach und nach abgerissen werden, um mit dem Bau des neuen gotischen Domes beginnen zu können. Dabei sollte erst nur der Ostchor mit Brand abgerissen werden, doch dabei brannte fast der gesamte Dom ab. Seine Westteile wurden provisorisch wiederhergestellt, damit dort Messen gefeiert werden konnten. Noch im selben Jahr begann der Bau des heutigen Kölner Domes.

Erste Bauperiode des neuen Doms

Grundrisse des alten und neuen Doms
Chordurchschnitt, Südseite

Der Kölner Erzbischof und Reichserzkanzler Rainald von Dassel brachte am 23. Juli 1164[6] von Mailand Gebeine nach Köln, die spätestens seit ihrer Überführung nach Köln als Reliquien der Heiligen Drei Könige angesehen und verehrt wurden. Ob dies davor in Mailand schon der Fall war, ist in der Forschung aufgrund des Umstandes strittig, dass die Mailänder das Fehlen der Reliquien erst nach der Etablierung der Kölner Dreikönigswallfahrt nachweisbar beklagten. Die Reliquien hatte ihm der Kaiser Friedrich I. aus dessen Kriegsbeute geschenkt. Sie führten viele Pilger in den alten Dom, so dass er zu klein wurde. Daher wurde um 1225 geplant, einen neuen Dom zu bauen. Der neue gotische Dom wurde am 15. August 1248 nach einem Plan des Dombaumeisters Gerhard von Rile begonnen. Vorbild – vor allem für den Grundriss – war die Kathedrale von Amiens, allerdings wurde in Köln ein gegenüber Amiens stärker regularisiertes 12-Eck-Schema verwendet und das Langhaus fünfschiffig und nicht dreischiffig ausgeführt.[7] Als Baumaterial verwendete man vor allem Trachyt vom Drachenfels aus dem Siebengebirge.[8]

1265 war der Kapellenkranz bis in die Gewölbe fertiggestellt, 1277 weihte Albertus Magnus den Altar der Domsakristei. Nachdem Köln 1288 infolge der Schlacht bei Worringen de facto freie Reichsstadt geworden war, blieb der Dom zwar noch der nominelle Sitz des Erzbischofs, jedoch betrat dieser seine Kathedrale nur relativ selten. Dies tat dem Baufortschritt zunächst keinen Abbruch, da Bauherr nicht der Erzbischof, sondern das Domkapitel war.

Zwischen 1304 und 1311 wurden die 17,15 Meter hohen Fenster des Oberchores eingesetzt: Sie zeigen 48 Könige abwechselnd mit und ohne Bart. Vermutlich sind die Bärtigen die 24 Ältesten der Apokalypse, die Bartlosen die Könige von Juda, die alttestamentlichen Vorgänger Christi. Die Könige sind ungefähr 2,25 Meter hoch. Das Achsenfenster zeigt die Heiligen Drei Könige, wie sie Maria mit dem Kind huldigen. Die Gesamtfläche der Chorfenster beträgt 1350 m². Es ist einer der größten erhaltenen Glasmalerei-Zyklen des Mittelalters. Mittlerweile sind zwar viele Einzelheiten verloren gegangen, aber der ursprüngliche Farbklang blieb erhalten. Der Chor wurde am 27. September 1322 geweiht, zugleich wurden die Reliquien der Heiligen Drei Könige dorthin überführt. Auch die im alten Hildebold-Dom beigesetzten Erzbischöfe Gero, Reinald von Dassel, Philipp von Heinsberg, Engelbert I. und Konrad von Hochstaden wurden in den neuen Chor übertragen.

Um 1331 wurde das Fundament für die südlichen Seitenschiffe des Langhauses ausgehoben. 1333 besuchte Petrarca den Dom und lobte seine Schönheit. Das Fundament der Südseite war, wie ein Münzfund vom 14. April 1994 vier Meter unter dem Südturm belegt, gegen 1360 gelegt und die aufgehenden Partien der Fassade konnten versetzt werden. Hinsichtlich des erhaltenen, über 4 Meter hohen und 1,66 Meter breiten Fassadenplans bestehen in der Forschung Divergenzen seiner Datierung entweder in die Chorbauphase (um 1280)[9] oder in die Zeit der Grundsteinlegung des Westbaus (um 1360).[10] Um 1375 entstand der Figurenschmuck des Petersportals, das in seinen Archivoltenfiguren parlerischen Einfluss zeigt. Der erste Bauabschnitt der Westfassade entstand unter Michael von Savoyen, der von 1353 bis um 1390 als Dombaumeister nachweisbar ist und mit dem Prager Dombaumeister Peter Parler verwandt war. Unter seiner Leitung schritt der Bau so weit fort, dass am 7. Januar 1389 anlässlich der Eröffnung der neu gegründeten Universität eine Messe gelesen werden konnte. Ab 1395 war Andreas von Everdingen Dombaumeister († vor 1412). 1410 erreichte der Südturm das zweite Geschoss; bald darauf wurde am benachbarten Hochgericht in einem hölzernen Glockenstuhl die erste Kirchenglocke aufgehängt (die Dreikönigen- oder Blutglocke von 1418). Als Dombaumeister folgte Nikolaus van Bueren (1380–1445), in dessen Zeit 1437 die Glocken in den Südturm eingehängt werden konnten (Turmhöhe damals 59 Meter).[11] 1448/49 wurden die Großglocken Pretiosa (11.500 kg) und Speciosa (5.200 kg) gegossen und im Südturm in einer Höhe von 57 Metern aufgehängt. Die Arbeiten am Südturm wurden danach weitgehend eingestellt.[12]

Der unfertige Dom um 1824, nach Max Hasak: Der Dom zu Köln, 1911

Gegen Ende des 15. Jahrhunderts ließ die Bauintensität stetig nach. Letzter bekannter Dombaumeister war ab 1469 Johann Kuene van Franckenberg, der 1491 letztmals genannt wurde. Um 1500 fand noch die Grundsteinlegung des Nordturms statt. Seit 1510 wurden die Arbeiten am Dom sukzessive eingestellt. Jüngere Forschungen nehmen bereits für die Zeit nach 1530 einen weitgehenden Baustopp an, auch wenn noch Geld für Ausstattung und Reparaturen floss. Leonard Ennen berichtet, dass im Jahre 1559 die letzte Geldausgabe für die Bautätigkeit floss und 1560 ein vollständiger Baustopp erfolgte,[13] nachdem das Domkapitel offiziell die Finanzierung weiterer Dombauarbeiten beendet hatte.[14]

Mittlerweile wurde seit 1515 am Petersdom in Rom gebaut, nach völlig neuen Maßstäben für die Kirchenarchitektur. Und der zur Finanzierung des römischen Neubaus allenthalben veranstaltete Ablasshandel gab den letzten Anstoß zur Reformation Martin Luthers (95 Thesen 1517), wodurch die Pilgerströme deutlich abnahmen, was zu finanziellen Problemen des Kölner Doms führte.[15]

Am 5. Januar 1531 wurde Ferdinand I., der Bruder Kaiser Karls V., im Dom zum deutschen König gewählt. 1744 bis 1770 wurde der benutzte Raum zunehmend barock umgestaltet.

Von 1794 an kamen starke Beschädigungen infolge der französischen Besatzung Kölns hinzu. Im November 1796 verfügten die französischen Besatzer die Einstellung der Gottesdienste im Dom. Der Dom wurde von den napoleonischen Truppen als Pferdestall und Lagerhalle genutzt.

Am 4. Januar 1804 erfolgte die Rückkehr des Dreikönigenschreins, den das Domkapitel 1794 vor dem Einmarsch der Franzosen (Oktober 1794) nach Westfalen hatte bringen lassen. Am 20. November 1814 forderte Joseph Görres im „Rheinischen Merkur“ den Weiterbau des Domes.

Über 300 Jahre bestimmte der unfertige Kölner Dom die Silhouette der Stadt. Der Dom verfiel in den Jahrhunderten zu einer Bauruine, sogar sein Abriss wurde erwogen.[16] Bis 1868 befand sich auf dem unvollendeten Südturm des Kölner Doms der Domkran, ein mehr als 25 Meter hoher hölzerner Drehkran aus dem 14. Jahrhundert.[17] Aus dieser Zeit stammt wohl der ironische Kölner Ausspruch, dass, wenn der Dom einmal fertig sei, die Welt untergehe.

Zweite Bauperiode

1814/1816 wiederentdeckter Fassadenriss des Kölner Doms

Die zweite Bauperiode des Kölner Domes wurde mit dem überarbeiteten Plan der Westfassade (Riss F) eingeleitet. Des Planes eine Hälfte, die den Nordturm zeigt, fand Georg Moller 1814 auf dem Speicher des Gasthofes Zur Traube in Darmstadt. Die andere Hälfte zeigt den Mittelbau mit Südturm und wurde 1816 von Sulpiz Boisserée in Paris bei einem Antiquar gefunden. Der Plan ist 4,05 m hoch und aus 20 Pergamenten zusammengeklebt.[18] Er könnte vom Dombaumeister Arnold, dem Nachfolger Gerhards, stammen[19] oder auch erst um 1350/60 unter Meister Michael entstanden sein.[20]

Außerdem lenkten um 1800 die mittelalter-begeisterten Romantiker das öffentliche Interesse auf den unvollendeten Dom, der zudem in der sich verstärkenden Nationalbewegung als Symbol für die deutsche Einheit Bedeutung erhielt. Dies wurde jedoch auch von vielen kritisiert: Die Katholiken befürchteten einen Verlust der sakralen gegenüber der nationalen Bedeutung des Doms. Die Protestanten vertraten den Standpunkt, seine Vollendung sei Geldverschwendung, da Katholiken nicht für die gesamtdeutsche Sache zu begeistern seien. Und die Demokraten meinten, der Dombau solle nur von der Konstitutionalisierung Deutschlands ablenken.

Die Vollendung trieben neben anderen Joseph Görres und Sulpiz Boisserée voran. Sie gründeten am 15. Januar 1842 den Zentral-Dombau-Verein zu Köln, der vor allem für die Vollendung Geld sammeln sollte. Geld gab auch der Staat Preußen. Bald darauf, am 4. September 1842, legten der preußisch-protestantische König Friedrich Wilhelm IV., der Koadjutor und der spätere Erzbischof Johannes von Geissel den Grundstein für den Weiterbau des Kölner Doms. Der Stein wurde auf den noch unvollendeten Südturm hochgezogen und dort eingemauert. Friedrich Wilhelm IV.: „Hier, wo der Grundstein liegt, dort mit jenen Türmen zugleich, sollen sich die schönsten Tore der ganzen Welt erheben.“

Am 19. Oktober 1820 wurde ein Einbruch in den Kölner Dom bekannt, bei dem wertvolle Teile des Dreikönigsschreins herausgebrochen und gestohlen wurden.

Kölner Dom um 1820, gesehen vom Alten Botanischen Garten; Stahlstich von Henry Winkles nach einer Zeichnung von Theodor Verhas

Vor der Grundsteinlegung richtete Friedrich Adolf Ahlert 1823 die Dombauhütte wieder ein, so dass erste Restaurierungsarbeiten beginnen konnten.[21] Nach Ahlerts Tod 1833 folgte Ernst Friedrich Zwirner als Dombaumeister nach (bis 1861). Er entwarf die Pläne zur Vollendung des Domes, einschließlich der Pläne für die 1855 vollendete Südfassade, an denen Karl Friedrich Schinkel, Sulpiz Boisserée und König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen mitarbeiteten.

Kölner Dom, 1855

Die erste Grundsteinlegung wurde zur 600. Wiederkehr mit einem dreitägigen Fest vom 14. bis 16. August 1848 gefeiert. Dabei verunglückte am 15. August eine Frau. Darüber berichtete die Düsseldorfer Zeitung am 17. August 1848: „Ein von dem Thurme des Domes gestürzter Stein traf ein unter der Menge von Zuschauern am Thurme stehendes Frauenzimmer auf den Kopf, so daß dasselbe, ohne ein Lebenszeichen von sich zu geben, todt zur Erde fiel.“ 1848 wurden auch provisorische Holzdecken im Lang- und Querhaus eingesetzt.

1863 war das Innere des Doms vollendet. Das Ereignis wurde am 15./16. Oktober 1863 mit einem „Dombaufest“ feierlich begangen, das am Abend des 16. Oktober mit einem Konzert unter der Leitung von Ferdinand Hiller endete.[22] Die Trennwand zwischen Chor und Langhaus fiel nach 560 Jahren. Ab 1863 wurde an der Westfassade weitergebaut.

Der Dom kurz vor der Fertigstellung 1880

1880 wurde der Dom nach über 600 Jahren vollendet, getreu den Plänen der Kölner Dombaumeister des Mittelalters und dem erhaltenen Fassadenplan aus der Zeit um 1280. Allerdings wurden die Fassaden des Querhauses eine Schöpfung des 19. Jahrhunderts, da von ihnen keine mittelalterlichen Pläne vorlagen. Beim Bau setzten die Dombaumeister Ernst Friedrich Zwirner und Richard Voigtel modernste Techniken ein, insbesondere für den Dachbau – eine neuzeitliche Eisenkonstruktion – und die Türme. Die verbaute Steinmasse beträgt ungefähr 300.000 t. Das mit 157,38 m vier Jahre lang höchste Gebäude der Welt wurde Ende 1884 vom Washington Monument (169,3 m) übertroffen.

Dom um 1900

Das Ende des Dombaus wurde am 15. Oktober 1880 mit einem Fest gefeiert, das Wilhelm I. zur öffentlichen Repräsentation und als identitätsstiftendes Element des neun Jahre zuvor gegründeten Reiches nutzte. Damals waren die Spitzen des Domes allerdings noch eingerüstet, was auf den zahlreichen Postkarten geflissentlich retuschiert wurde. Einen Tag später, am 16. Oktober 1880 fand ein legendärer historischer Festzug statt, der in zahlreichen Stichen überliefert ist. Allerdings fand das Fest in der Zeit des Kulturkampfs statt: Der amtierende Kölner Erzbischof Paulus Melchers war verbannt, das Domkapitel und viele Mitglieder der Kölner Bürgerschaft boykottierten es. Das Gerüst wurde vom Frühjahr 1881 bis 1883 (andere Angaben: 1882) abgebaut. Die damalige Farbe des Steines wird als hellbeige beschrieben.

Erhaltung und Nutzung

Der Dom ist mit verschiedenen Gesteinen gebaut, die aufgrund ihrer Eigenschaften unterschiedlich stark verwittern.[23] Die Verwitterung wird seit 1904 bekämpft: Von 1904 bis 1939 erneuerte die Dombauhütte das gesamte Strebewerk am Chor. Dagegen stammen (fast) die gesamte innere Schale des Chores und auch die Fenstermaßwerke des Hochchores noch aus der Anfangsphase von 1248 bis 1322.[24]

4. April 1945, kurz vor Kriegsende

Größere Schäden erlitt der Dom während des Zweiten Weltkrieges unter anderem durch 70 Bombentreffer. Von Brandbomben ausgelöste Brände wurden von Mitarbeitern, die in und auf dem Dom postiert waren, sofort gelöscht. Durch die Bombentreffer stürzten, unter anderem im Langhaus, einige Deckengewölbe ein, das Dach jedoch blieb dank der Stabilität des eisernen Dachstuhls bestehen. Die sogenannte Kölner Domplombe schützte jahrzehntelang den Nordturm vor dem Zusammenbruch. 1946 begannen archäologische Ausgrabungen durch Otto Doppelfeld, die bis 1997 andauerten. 1948 wurde der 700. Jahrestag der Grundsteinlegung in einem stark beschädigten Dom gefeiert.

Ab 1956 erfüllte er seine Funktion für die Menschen wieder. Insbesondere in den folgenden Jahrzehnten waren Saurer Regen und Luftverschmutzung die Hauptursachen für den Steinfraß und die zunehmende Dunkelfärbung des Steins.[25]

Für den Bonner Bundestag hatte der Bundeskanzler Konrad Adenauer zu jedem Donnerstag um 8:40 Uhr einen Gottesdienst festgesetzt, zu dem die Glocken des Kölner Doms geläutet wurden. Im Dom zu Köln zelebrierte Erzbischof Joseph Kardinal Frings am 25. April 1967 das Pontifikalamt mit einem Requiem für Adenauer, der gerade verstorben war. Hochrangige Offiziere der Bundeswehr, allesamt Ritterkreuzträger, hielten am Sarg abwechselnd die Ehrenwache. Ein Schnellboot der Bundesmarine brachte den Sarg dann in einem Schiffskonvoi auf dem Rhein nach Bad Honnef/Rhöndorf. Das Abspielen dieses Glockengeläutes hat der deutsche Bundestag auch nach seinem Umzug nach Berlin beibehalten.[26] Zusätzlich findet zweimal wöchentlich im Andachtsraum des Bundestages ein protestantischer Gottesdienst statt.[27]

Ab den 1990er-Jahren ließen die negativen Wirkungen auf die Gebäudestruktur des Gotteshauses dank der Maßnahmen zur Luftreinhaltung nach. Allerdings kämpfen die Dombaumeister seit Fertigstellung des Domes gegen den Zerfall und Beeinträchtigung durch Vogelexkremente. Die Dombauhütte testete schon zahlreiche Mittel zur Konservierung der Steine.[28] Eine überzeugende Methode konnte noch nicht gefunden werden.

In der einschlägigen Literatur umstritten ist, in welchem Grade die Vollendung und die Erhaltung des Doms dem jeweiligen Zeitgeschmack unterworfen sind. Die Vollendung des Doms erscheint aus Sicht des 21. Jahrhunderts unverkennbar neugotisch geprägt, obwohl die Dombaumeister bemüht waren, möglichst genau den vorliegenden Fassadenplänen zu folgen.[29] Die erste denkmalpflegerische Wiederherstellung nach dem Krieg war durch das Bestreben gekennzeichnet, die Architektur teilweise zu vereinfachen und mit zeitgenössischen Skulpturen und Stilelementen anzureichern[30], während bis zur Gegenwart die Bemühung vorherrscht, die Bauteile möglichst im jeweiligen Zeitstil materialgerecht wiederherzustellen und zu erhalten.

Weltkulturerbe

Luftbild des Domes, 2016

Der Kölner Dom wurde 1996 von der UNESCO als eines der europäischen Meisterwerke gotischer Architektur eingestuft und zum Weltkulturerbe erklärt. Am 5. Juli 2004 wurde er wegen der „Gefährdung der visuellen Integrität des Doms und der einzigartigen Kölner Stadtsilhouette durch die Hochhausplanungen auf der dem Dom gegenüberliegenden Rheinseite“ vom UNESCO-Welterbekomitee auf die Rote Liste des gefährdeten Welterbes gesetzt. Bei Verhandlungen am 13. Juli 2005 auf der UNESCO-Konferenz im südafrikanischen Durban wurde die endgültige Entscheidung um ein Jahr vertagt. Den deutschen Behörden sollte die Möglichkeit gegeben werden, bis Ende 2005 Informationen über geplante Baumaßnahmen in Köln-Deutz einzureichen. Für die folgenden Jahre waren dort noch mehrere Neubauten geplant.

Im Juli 2006 entschied das Welterbekomitee auf seiner 30. Tagung im litauischen Vilnius, den Kölner Dom von der Roten Liste des gefährdeten Welterbes zu streichen.[31] Damit wurde den geänderten Bauplänen für das rechtsrheinische Ufer Rechnung getragen; außer dem bereits fertiggestellten Kölntriangle sollen dort keine weiteren Hochhäuser mehr entstehen.

Architektur

Portale

Der Kölner Dom hat drei Portale, ein Nord-, ein Süd- und ein Westportal. Jedes Portal gliedert sich in drei Unterportale, eins links, eins rechts und eins in der Mitte. Für fast alle Unterportale gibt es einen eigenen Namen.

Westportal

Links ist das Drei-Königs-Portal. Es stammt von Peter Fuchs und wurde zwischen 1872 und 1880 geschaffen.

Rechts ist das Petersportal. Es stammt von 1370/80 und ist das einzige original mittelalterliche Portal des Kölner Doms. Allerdings sind nicht alle gezeigten Figuren mittelalterlich, sondern nur die ersten drei türseitigen Figuren auf der linken und die zwei ersten auf der rechten Seite. Die anderen Figuren stammen aus dem 19. Jahrhundert. Die Figuren unterscheiden sich deutlich in der Farbe und der Bearbeitungsqualität. Die fünf mittelalterlichen Figuren sind deutlich von der Parler-Familie beeinflusst, mit der der in Köln tätige Baumeister Michael verwandt war.

In der Mitte ist das Hauptportal des Doms. Es hat als Einziges keinen besonderen Namen.

Südportal

Südportal während der Domwallfahrt 2006

Links ist das Ursulaportal, in der Mitte das Passionsportal, rechts das Gereonsportal.

Die Portalskulpturen wurden von Ludwig Schwanthaler 1847 entworfen und von Christian Mohr von 1851 bis 1869 gemeißelt. Die Skulpturen stellen einen Höhepunkt romantisch-nazarenischer Bildhauerkunst religiösen Inhalts in Deutschland dar. Die Portaltüren erneuerte 1948 Ewald Mataré. Ihm half dabei sein damaliger Schüler Joseph Beuys.[32]

Darüber hinaus ist die gesamte Südfassade eines der bedeutendsten und künstlerisch vollkommensten Werke der Neugotik.

Nordportal

Links ist das Bonifatiusportal, in der Mitte das Michaelsportal, rechts das Maternusportal.

Das Gesamtprogramm der nördlichen Querhausfassade des Doms befasst sich inhaltlich-thematisch mit der Gründungsgeschichte des Christentums. Es beginnt mit der Übergabe des Hirtenamtes an Petrus. Das Maternusportal zeigt speziell die Entstehung der Kölner Kirchenprovinz. Maternus gilt als erster Schüler Petri und war der erste Bischof Kölns. Er übertrug das „apostolische Lehramt auf den Kölner Stuhl“. Die sich darum herum gruppierenden Heiligen fungieren dabei als Zeugen für dieses Ereignis.

Langhaus gen Osten

Hauptschiff

Das Hauptschiff des Kölner Domes ist mit 144,00 Metern das längste Kirchenschiff Deutschlands und eines der längsten der Welt. Sein Gewölbe ist 43,35 Meter hoch. Damit hat der Kölner Dom das vierthöchste Kirchenschiffgewölbe der Welt. Nur die Gewölbe der Kathedrale von Palma de Mallorca (43,74 Meter), des Mailänder Domes (46,80 Meter), und der Kathedrale von Beauvais (48,50 Meter) sind höher.

Chorkapellen

von links nach rechts (von Norden nach Süden):

  • Kreuzkapelle mit dem Gerokreuz (um 970); mit der dahinter liegenden Sakramentskapelle
  • Engelbertuskapelle mit dem Georgsaltar
  • Maternuskapelle mit der Dreikönigentafel (16. Jahrhundert)
  • Johanneskapelle mit dem Kreuzigungsaltar, dem Allerheiligenfenster, dem Jakobus- und dem Marienfenster, um 1320.
  • Achskapelle / Dreikönigenkapelle mit dem älteren Bibelfenster (auch: Bibel-Fenster I), um 1260, und einer neugotischen Ausstattung mit der Füssenicher Madonna.
  • Agneskapelle (früher Irmgardiskapelle) mit ihrem Sarkophag um 1100, Fenster um 1320.
  • Michaelkapelle mit dem Thomas- und dem Johannesfenster, um 1320.
  • Stephanuskapelle mit dem jüngeren Bibelfenster (auch: Bibel-Fenstr süd X), in Teilen um 1280/90
  • Marienkapelle mit dem
    Fenster im Dom (Detail)
    Beweinungsfenster im Dom (Detail)

    Die Fenster des Kölner Doms bedecken eine Fläche von rund 10.000 m², wovon etwa 1.500 m² aus dem Mittelalter erhalten sind.

    Damit stammen sie aus unterschiedlichen Epochen und prägen den Gesamteindruck des Domes. Sie spiegeln deutlich den jeweiligen zeitgenössischen Anspruch an die Gestaltung und die Funktion der Fenster. So wurden die Fenster des Kapellenkranzes, der zunächst ausschließlich Geistlichen vorbehalten sein sollte, um das Jahr 1260 mit Ausnahme des zentralen Achskapellenfensters rein ornamental verglast und erst 1330/1340 mit einem figürlichen Bildprogramm für die durchreisenden Pilger ausgestattet.[33] Das Fenster in der zentralen Dreikönigenkapelle von 1260 ist das älteste erhaltene Domfenster.[34]

    Die spätmittelalterlichen Fenster im nördlichen Seitenschiff spiegeln das Ende der ersten Bauperiode des Domes wider. Aus der zweiten Bauperiode im 19. Jahrhundert finden sich typische Fenster im südlichen Seitenschiff wie das Bayernfenster. Verluste aus dem Zweiten Weltkriege zeigen sich teilweise bis heute, aber nach und nach werden provisorisch reparierte oder ersetzte Fenster restauriert oder durch moderne Fenster ersetzt. Das Neuste ist in der Südfassade das große Richter-Fenster.

    Dach und Dachstuhl

    Die Dachflächen des Kölner Doms nehmen über 12.000 m² ein.[35][36][37] Sie sind mit großformatigen 3 mm dicken Bleiplatten gedeckt.[35][36] Die Bleiplatten wiegen zusammen rund 600 Tonnen.[37]

    Der Dachstuhl ist nicht aus Holzbalken, sondern aus Eisenträgern zusammengesetzt.[36]

    Krypta

    Eine moderne dreischiffige Krypta entstand 1960 in einem Teil des Ausgrabungsbereiches unter dem Hochchor. Die Krypta wurde von Dombaumeister Willy Weyres entworfen und im leicht erhöhten Mittelschiff von Erlefried Hoppe mit einer Stuckdecke gestaltet.[38]

    Östlich schließt sich hinter einem schmiedeeisernen Gitter von Paul Nagel die erzbischöfliche Gruft an. Sie entstand zwischen 1958 und 1969 auf Initiative von Joseph Kardinal Frings und enthält die Grabkammern mehrerer Erzbischöfe seit dem 19. Jahrhundert.[39]

Ausstattung

Der Kölner Dom ist die zentrale Kirche des Erzbistums Köln und verfügt daher über eine überaus reiche künstlerische Ausstattung. Neben den bei den Chorkapellen bereits genannten Kunstwerken gehören dazu:

Reliquien

Dreikönigenschrein

Dreikönigenschrein

Der Dreikönigenschrein ist im Chorraum zentral aufgestellt und dominiert ihn dadurch. Er stammt aus dem 13. Jahrhundert und ist in Europa die größte mittelalterliche Goldschmiedearbeit.

Der Schrein ist 220 cm lang, 110 cm breit, 153 cm hoch und im Stile einer Basilika gestaltet. Ihn schmücken 74 getriebene Figuren aus vergoldetem Silber. Den kostbaren Schrein gliedern und umschließen gegossene Metallkämme an den Giebelfeldern der Front- und Rückseite, farbige Bänder aus Emailstreifen, blaugoldene Inschriftenzeilen und edelsteinbesetzte Filigranplatten. Über 1000 Edelsteine und Perlen erhöhen seinen Glanz. Zahlreiche antike Gemmen und Kameen stellen schon alleine mit 300 geschnittenen Steinen weltweit die größte Bildsammlung antiker Bildsteine des Mittelalters dar. Der Schrein beherbergt die als Gebeine der heiligen drei Könige verehrten Reliquien und ist jährlich am 6. Januar das Ziel der Sternsingerwallfahrt.[40]

Reliquie von Papst Johannes Paul II.

Fassung der Reliquie von Papst Johannes Paul II.

Der Dom verfügte seit dem 9. Dezember 2013 über eine Blutreliquie von Papst Johannes Paul II., die jedoch Anfang Juni 2016 unbemerkt von den Domschweizern durch Unbekannte aus dem öffentlich zugänglichen Reliquiar gestohlen wurde. Bei der Reliquie handelt es sich um ein Stoffläppchen mit einem Bluttropfen des Papstes, der auf seinen Krummstab gestützt vor einem Portal des Doms dargestellt wird. Sie befand sich bis zu ihrem Diebstahl an der Wand des nördlichen Querhauses. Das nicht entwendete Silberreliquiar wurde vom Düsseldorfer Künstler Bert Gerresheim geschaffen.[41][42]

Chorgestühl

Das spätmittelalterliche Chorgestühl aus den Jahren 1308–1311 ist mit 104 Sitzplätzen das größte in Deutschland und reserviert als Besonderheit jeweils einen Platz für den Papst und den Kaiser. Das Chorgestühl ist reichhaltig geschnitzt. Weitere Schnitzereien befinden sich unterhalb der aufklappbaren Sitzflächen. Einige der Schnitzereien sind derb.[43]

Chorschrankenmalerei

Die Chorschrankenmalerei hat 21 erzählenden Darstellungen, die 1332–1344 in Tafelmalereimaltechnik geschaffen wurden. Auf der Südseite wird die Geschichte der hl. drei Könige in sieben Bildern gezeigt. Die Bilder dokumentieren den Stolz der Besitzer über die Reliquien, die über Konstantinopel und Mailand endlich – als dritte Station – nach Köln gelangten.[44]

Chorobergadenmalerei

Die Obergadenwände des Chorraumes wurden 1838 von dem österreichischen Maler Edward von Steinle mit Engeln frescal bemalt. Die Engel sind umgeben von vergoldeter Ornamentgestaltung.

Hochaltar

Der Hochaltar wurde am 27. September 1322 geweiht. Seine Altarplatte, die aus einem Stück schwarzen Marmors geschaffen wurde, ist eine der größten Mensen des Christentums. Sie misst 452 cm × 212 cm bei einer Gesamtfläche von 9,58 m². Die Vorderseite des Altares ist noch original erhalten und zeigt im Zentrum die Marienkrönung mit je sechs Aposteln auf jeder Seite in den Arkaden. Die Seitenwände sind mit weißen Marmorarkaden verkleidet.[45] Sie wurden bei der Barockisierung entfernt und gegen 1900 ausgehend von den erhaltenen Originalen rekonstruiert.[46]

Vierung

Vierungsaltar

In der Vierung sollte ursprünglich der Dreikönigsschrein aufgestellt werden. Da sie im Mittelalter allerdings nicht vollendet wurde, ließ man davon ab. Die Vierung wurde Anfang der 1960er Jahre zum neuen liturgischen Zentrum des Domes umgebaut.

Beim Umbau kam in den Dom auch der Vierungsaltar. Er wurde 1960 von Elmar Hillebrand gestaltet. Seine Seiten bestehen aus vier Bronzeplatten, welche mit stilisierten Trauben und Ähren, sowie mit Kugeln aus Cipollino verziert sind. Aus Cipollino ist auch seine Mensa (Altarplatte) geschaffen. Seine zierliche Größe (1 Meter hoch, 1,80 Meter breit und 1,18 Meter tief) ermöglicht auch weiterhin vom Kirchenschiff eine freie Sicht auf das Chorhaupt.[47]

Vor dem nordöstlichen Vierungspfeiler steht die Kathedra des Erzbischofs, die in poliertem Kirschbaumholz ausgeführt und von Willy Weyres entworfen wurde. Auf ihr zeigen zwei Reliefs die Schlüsselübergabe von Christus an Petrus und die Schlüsselübergabe von Petrus an Maternus, den ersten Bischof Kölns, der, einer Legende zufolge, Schüler Petri war. Über der Kathedra hängt das Wappen des amtierenden Erzbischofs.

Gegenüber der Kathedra ist die Kanzel aus Eichenholz angebracht, die auf das Jahr 1544 datiert ist und damit aus der Renaissance stammt. Sie ist mit Reliefs von Petrus und Paulus verziert.[47]

Die Vierung besitzt außerdem einen Ambo und ein Lesepult, die am westlichen Ende der Altarinsel stehen, welche in ihrer heutigen Form aus dem Jahr 1990 stammt.

In der Vierung stand ursprünglich auch das Sakramentshaus, das 1964 von Elmar Hillebrand geschaffen wurde. Es besteht aus Savonnier Kalkstein und wurde später in den Chor, an die Stelle des gotischen Sakramentshauses von 1508 versetzt, das bei der Barockisierung entfernt wurde.[46]

Clarenaltar

Clarenaltar, um 1350/60

Der Clarenaltar (andere Schreibweise: Klarenaltar) ist zwischen 1350 und 1360 entstanden. Er ist einer der bedeutendsten Flügelaltäre des 14. Jahrhunderts in Deutschland und der älteste erhalten gebliebene Sakramentsaltar mit einem fest eingebauten Tabernakel. Er befand sich ursprünglich in der Kölner Klarissenkirche St. Clara. Nach St. Claras Abriss 1804 kam er in den Dom. Dort wurde er an der Nordseite vor dem beginnenden Querhaus aufgestellt.

Der Clarenaltar ist normalerweise geschlossen und zeigt so auf den Außenseiten der Flügel zwölf franziskanische Heilige. Er wird zum Festtag der heiligen Klara geöffnet. Die erste Öffnung zeigt 24 Szenen aus dem Leben Jesu, unten die Kindheitsgeschichte und oben die Leidensgeschichte. In der Mitte auf der Tabernakeltür ist die Gregorsmesse gemalt. Völlig offen ist er etwa sechs Meter breit und zeigt oben in plastischer Form Christus mit den Aposteln und unten die für Köln typischen weiblichen Büsten mit den Reliquien von Jungfrauen aus dem Gefolge der hl. Ursula. Auf seiner Rückseite wurde 1905 das neugotische Gemälde der Allerheiligsten Dreifaltigkeit hinzugefügt.[48][49][50]

14 Pfeilerskulpturen im Chorbereich

Im Chorbereich stehen 14 Pfeilerskulpturen. Sie sind 2,15 Meter hoch und stellen Maria, Christus und die zwölf Apostel dar. Sie entstanden 1270/80 in der Werkstatt des Dombaumeisters Arnold. Ihre Gewänder zeigen 39 verschiedene Muster. Die Skulpturen tendieren in Habitus und Gestik deutlich zur Überfeinerung.[51]

Pfeilerskulpturen im Langhaus

Die Pfeilerskulpturen im Langhaus entstanden um 1322 und zeigen ebenfalls die zwölf Apostel, Jesus und Maria, die im Gespräch einander zugekehrt sind. Sie sind aus Tuffstein, waren einst bemalt und stammen auch aus der Dombauhütte.

Statue des Christophorus

Die Statue des heiligen Christophorus im Kölner Dom ist eine monumentale Skulptur aus Tuffstein. Sie ist um 1470 entstanden und wird der Werkstatt des Meisters Tilman zugeschrieben. Sie ist am Übergang des südlichen Querhauses in den Chorumgang des Kapellenkranzes an einer Säule aufgestellt.[52]

Agilolphusaltar

Agilolphusaltar

Der Agilolphusaltar ist nach dem Kölner Bischof Agilolf aus dem 8. Jahrhundert benannt. Er entstand um das Jahr 1520 und ist ein Antwerpener Retabel. Er ist einer der größten und bedeutendsten Antwerpener Schnitzaltäre mit Szenen aus dem Leben und der Passion Christi (ca. 5,50 m hoch und knapp sieben Meter breit). Er war einst der Hauptaltar im gotischen Ostchor der nahe dem Dom gelegenen Stiftskirche St. Maria ad gradus. Nach ihrem Abbruch 1817 gelangte er vermutlich in den Kölner Dom.[53] Er wurde umfangreich restauriert und im Juli 2012 mit einem Festgottesdienst im südlichen Domquerhaus eingeweiht.

Fußbodenmosaik

Das Fußbodenmosaik des Chores ist etwa 1300 m² groß. Es wurde von 1885 bis 1892 von August Essenwein entworfen und von der Firma Villeroy & Boch in Mettlach verlegt.[54]

Das Fußbodenmosaik im Chor zeigt in einem umfangreichen theologisch-metaphorischen Bildprogramm das gesamte geistliche und weltliche Leben nach der Art des mittelalterlichen Weltbilds. Dazu gehören Kaiser und Papst. Vom Papst ausgehend durchziehen den Chor die vier Paradiesflüsse. Der Kaiser ist umgeben von den sieben freien Künsten und den Hauptkirchen der christlichen Nationen. Davon westlich werden die Lebensalter des Menschen und seine Tätigkeiten gezeigt. Im Chorumgang ist die Geschichte der Kirche in Köln anhand eines Katalogs der Bischöfe und Erzbischöfe abgebildet. In der Vierung sind die Tageszeiten, die vier Winde und die vier Elemente dargestellt.[55] Dort ist das Mosaik durch das Altarpodest verdeckt. In der Achskapelle wurde das Mosaik 1947 bei Ausgrabungen zerstört und ist nur noch in Bruchstücken vorhanden.[56] Es wurde durch einen Bodenbelag aus Mettlacher Tonplatten ersetzt.

Domschatzkammer

Die neue Domschatzkammer hat sechs Räume auf drei Etagen mit etwa 500 Quadratmetern Ausstellungsfläche. Ausgestellt sind kostbare Reliquiare, liturgische Geräte und Gewänder sowie Insignien der Erzbischöfe und Domgeistlichen vom 4. bis zum 20. Jahrhundert, mittelalterliche Skulpturen und fränkische Grabfunde. Die Domschatzkammer wurde in den ausgebauten historischen Kellergewölben des 13. Jahrhunderts neu eingerichtet und am 21. Oktober 2000 eröffnet. Sie liegt an der Nordseite des Domes. Ihr Eingangsbereich ist ein von dunklen Bronzeplatten umhüllter, umstrittener Kubus.

Die alte Domschatzkammer lag im nördlichen Querhaus. In sie wurde in der Nacht zum 2. November 1975 eingebrochen, obwohl sie damals als optimal gesichert galt. Drei Einbrecher drangen mit Strickleitern und Bergsteigerausrüstung durch einen Lüftungsschacht ein. Sie stahlen wertvolle Monstranzen und Kreuze und konnten mit Hilfe der Kölner Unterwelt gefasst und zu hohen Freiheitsstrafen verurteilt werden. Sie hatten jedoch bereits einen Teil ihrer Beute, wie die goldene Monstranz von 1657, eingeschmolzen.

Grabmale

Grabmal des Konrad von Hochstaden in der Johanneskapelle

Im Dom fanden und finden die Erzbischöfe von Köln ihre letzte Ruhestätte. Im und unterhalb des Domes sind die folgenden Personen bestattet:

Einzige im Dom beigesetzte weltliche Fürsten sind

  • Richeza, Königin von Polen, (995–1063)
  • Im Laufe der Jahre haben die diversen Kölner Domsteinmetze ihre Handschrift hinterlassen. Sie schufen in vielen Kapitellen und auf den beiden Türmen ein wahres Sammelsurium deutscher und vor allem Kölner Originale. Sie verewigten an der Fassade des Doms folgende Personen: Paul von Hindenburg, John F. Kennedy, Nikita Chruschtschow, Charles de Gaulle, Harold Macmillan, Dombaumeister Arnold Wolff sowie zahlreiche weitere bekannte Personen aus Sport, Politik und Köln.[57]

    Beleuchtung

    Das Dominnere, das ansonsten vor allem in den Abendstunden recht düstern ist, wird seit Oktober 2008 computergesteuert von mehr als 1000 Leuchten erhellt. Damit „nicht immer eine Stimmung ist wie Allerseelen“, wie Kardinal Meisner die Lichtverhältnisse im Dom einmal kommentierte. Die neue Beleuchtung hat 80 programmierbare Einstellungen, die verschiedene Beleuchtungseffekte ermöglichen. Sie wurde mit rund 1.200.000 Euro vom Zentral-Dombau-Verein unterstützt.[58]

    Von außen wird der Dom dank des Vereins Leuchtendes Rheinpanorama als einziges öffentliches Bauwerk Kölns die ganze Nacht angestrahlt.

Orgeln

Querhausorgel des Kölner Doms
Westseite

Der Kölner Dom besitzt mehrere Orgeln: Zwei kleine Orgeln, eine in der Marienkapelle und eine in der Sakramentskapelle, sowie zwei Hauptorgeln, die von der Orgelmanufaktur Klais aus Bonn errichtet wurden: Die Querhausorgel wurde 1948 auf einer Empore in der nördlichen Vierung fertiggestellt, die Langhausorgel wurde 1998 errichtet. Beide Orgeln lassen sich von einem gemeinsamen Spieltisch aus anspielen, ebenso ein Hochdruckwerk, das 2006 im Westwerk des Domes eingebaut wurde.[59]

Domorganist ist seit 2002 Winfried Bönig[60], der Clemens Ganz nachfolgte. Zweiter Organist ist seit 1994 Ulrich Brüggemann.[60]

Querhausorgel (1948/1956)

Die Querhausorgel wurde nach dem Zweiten Weltkrieg in der nordöstlichen Ecke der Vierung gebaut, als der Dom noch nicht wiederhergestellt war, sondern das Langhaus noch durch eine Schildwand vom Querhaus und Altarraum getrennt war. Die Querhausorgel wurde 1948 mit 68 Registern (und zwei Transmissionen) auf drei Manualen und Pedal erbaut und anlässlich der 700-Jahr-Feier des Domes eingeweiht.

Die Querhausorgel befindet sich auf einer Betonempore in verhältnismäßig geringer Höhe im östlichen Seitenschiff des Nordquerhauses. Dieser Standort ist für gotische Kathedralen unüblich, erklärt sich aber zum einen damit, dass das Langhaus des Domes bis 1956 wegen Wiederaufbauarbeiten abgesperrt war, und zum anderen auch damit, dass die Liturgie vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil stärker als heute auf Chor und Hochaltar ausgerichtet war.

Die Querhausorgel ist auf der Empore weitläufig und frei aufgestellt. Ihre Werke sind zum Teil auf zwei Ebenen angeordnet. Sie wird soweit sichtbar von klingenden Prospektpfeifen, die einen Freipfeifenprospekt bilden, umschlossen. Sie ist klassisch disponiert, mit Zügen der neobarock orientierten Orgelbewegung.[61]

Die Querhausorgel war nach Fertigstellung des Langhauses und Entfernung der Trennwand zur Beschallung des Domes zu klein. Daher wurde sie 1956 um ein viertes Manualwerk erweitert und ihre Disposition wurde teilweise umgestellt und auf 86 Register erweitert. Nach weiteren Ergänzungen und Veränderungen, zuletzt im Jahre 2002, hat die Querhausorgel heute 88 Register (zuzüglich zehn Transmissionen) und zwei Effektregister auf vier Manualen und Pedal.[62] Die Trakturen sind elektropneumatisch.

I Rückpositiv C–c4
1. Portunalflöte 08′
2. Lieblich Gedackt 00 08′
3. Blockflöte 04′
4. Superoctave 02′
5. Sesquialtera II 0223
6. Scharff IV–VI 012
7. Krummhorn 08′
Tremulant

I Positiv C–c4
8. Gedacktpommer 0 16′
9. Metallflöte 08′
10. Rohrflöte 08′
11. Salicet 08′
12. Principal 04′
13. Spitzflöte 04′
14. Nasard 0223
15. Waldflöte 02′
16. Terz 0135
17. Sifflöte 0113
18. Mixtur IV–V 0113
19. Dulcian 16′
20. Trompete 08′
Tremulant
II Hauptwerk C–c4
21. Großprincipal[A 1] 00 32'
22. Principal 16′
23. Bordun 16′
24. Principal 08′
25. Octave 08′
26. Offenflöte 08′
27. Gedackt 08′
28. Gemshorn 08′
29. Rohrquinte 0513
30 Octave 04′
31. Rohrflöte 04′
32. Terz 0315
33. Septime 0227
34. Superoctave 02′
35. Weitflöte 02′
36. Großmixtur IV 04′
37. Rauschpfeife III 0223
38. Mixtur VI–VIII 02′
39. Trompete 16′
40 Trompete 08′
41. Kopftrompete 04′
III Schwellwerk C–c4
42. Großgedackt 16′
43. Principal 08′
44. Holzflöte 08′
45. Gamba 08′
46. Vox coelestis I–II 0 08′
47. Octave 04′
48. Querflöte 04′
49. Nasard 0223
50. Schwegel 02′
50. Terz 0135
51. Nachthorn 01′
52. Mixtur IV 0223
53. Fagott 16′
54. Trompete 08′
55. Oboe 08′
56. Vox humana 08′
57. Trompete 04′
Tremulant
IV Solowerk C–c4
58. Quintade 08′
59. Koppelflöte 04′
60. Septime 0117
61. None 089
62. Nonenkornett IV 0135
63. Aliquot II–III 01′
64. Terzcymbel III–IV 013
Tremulant
Transmissionen (Positiv)
Metallflöte (= Nr. 9) 08′
Rohrflöte (= Nr. 10) 08′
Principal (= Nr. 12) 04′
Nasard (= Nr. 14) 0223
Waldflöte (= Nr. 15) 02′
Sifflöte (= Nr. 17) 0113
Mixtur IV–V (= Nr. 18) 0 0113
Dulcian (= Nr. 19) 16′
Trompete (= Nr. 20) 08′

IV Hochdruckwerk C–c4
65. Konzertflöte 08′
66. Stentorgambe 08′
67. Tuba magna 16′
68. Tuba major 08′
69. Tuba mirabilis 0000000 08′
Röhrenglocken
Cymbelstern
Pedal C–g1
70. Vox Balaena[A 2] 0 64′
71. Principalbass 32′
72. Untersatz 32′
73. Principalbass 16′
74. Contrabass 16′
75. Subbass 16′
76. Violonbass 16′
77. Octavbass 08′
78. Flötenbass 08′
79. Gedacktbass 08′
80. Choralbass 04′
81. Bassflöte 04′
82. Principal 02′
83. Hintersatz VI 0223
84. Mixtur IV 0113
85. Contraposaune 32′
86. Posaune 16′
Fagott (= Nr. 53) 16′
87. Basstrompete 08′
88. Clarine 04′
  • Koppeln
    • Normalkoppeln: III/I, IV/I; I/II, III/II, IV/II; IV/III; I/P, II/P, III/P, IV/P
    • Superoktavkoppeln: II/II, III/III, IV/IV; I/P, II/P, III/P, IV/P
    • Suboktavkoppeln: II/II, III/III, IV/IV
    • Äqual: aus II, aus III, aus IV
    • Sonstige: Positiv/IV; Pedal/IV; Langhausorgel/I, Querhausorgel/II; Positiv der Querhausorgel/III
  • Anmerkung
  1. aus Pedal, siehe die Informationen zur Querhausorgel auf der Homepage der Erbauerfirma.
  2. akustisch, Quintextension 2113′ aus Principalbass 32′.

Langhausorgel (1998)

Schwalbennestorgel im Langhaus
Schwalbennestorgel im Langhaus von der Empore aus fotografiert

Die Langhausorgel wurde im Jahre 1998 als zweite Hauptorgel geweiht. Sie behob die unbefriedigende Klangsituation der Nachkriegszeit insbesondere des liturgischen Orgelspieles.

Die Langhausorgel ist im gotischen Kirchenraum akustisch gut positioniert, allerdings unterbricht sie das von den Neugotikern des 19. Jahrhunderts gewünschte Raumkontinuum von Langhausmittelschiff, Vierung und Hochchor. Die Langhausorgel ist als Schwalbennestorgel gebaut und wiegt etwa 30 Tonnen. Sie ist etwa 20 m hoch, und hängt etwa 20 m über dem Fußboden an vier 35 mm dicken Stahlstangen, die im Dachstuhl verankert sind. Sie hängt unmittelbar vor der nördlichen Langhauswand, ohne die Wand zu berühren. Dabei verdeckt sie teilweise ein Obergadenfenster, sodass um sie herum ein Lichtband erstrahlt.

Die Langhausorgel hat insgesamt 53 Register (3.963 Pfeifen), die auf ein Pedal und die drei Manualwerke Rückpositiv, Hauptwerk und Schwellwerk verteilt sind. Die Langhausorgel befindet sich in einem Gerüst, das durch die Rückwand des Orgelgehäuses und ein etwa 71 cm breites Gehäuseband stabilisiert wird. Das Gehäuseband ist mit den Langhauspfeilern verklammert. Das Orgelgerüst besteht aus einem Stahlgerippe mit vier Eisenrosten, die vier Funktionsebenen bilden. Die obersten Ebene macht optisch etwa die Hälfte der Langhausorgel aus. Dort sind mittig zuoberst die Balganlage und die Pfeifen des Haupt-, Schwell- und Pedalwerkes. Einige Pedalpfeifen werden im Prospekt gezeigt. Die oberste Ebene schließt unten mit dem Gehäuseband ab. Darunter verjüngt bzw. verschlankt sich die Langhausorgel. Die zweiten Ebene liegt vor dem Triforiumsgang, und kann von ihm aus erreicht werden. Auf ihr ist die Spielanlage. Auf der dritten Ebene darunter befindet sich das Rückpositiv. Die Langhausorgel lässt sich auch vom Spieltisch der Querhausorgel aus anspielen.

Auf der vierten, der untersten Ebene ist ein besonderes Nebenregister eingebaut: Es heißt Loss jon (Hochdeutsch: „Jetzt mach mal!“) und öffnet unterhalb des Rückpositivs eine Klappe, aus der eine Holz-Figur mit Narrenkappe herausschwenkt. Die Figur ist dem früheren Dompropst Bernard Henrichs nachgebildet. Dazu spielt im Orgelinneren ein Spielwerk das Lied „Mer losse d’r Dom en Kölle“.[63]

I Rückpositiv C–c4
1. Bourdun 16′
2. Praestant 08′
3. Rohrflöte 08′
4. Salicional 08′
5. Principal 04′
6. Spitzflöte 04′
7. Nasard 0223
8. Waldflöte 02′
9. Terz 0135
10. Quinte 0113
11. Scharff V 01′
12. Dulcian 16′
13. Cromhorn 08′
14. Vox Humana 08′
Tremulant
II Hauptwerk C–c4
15. Praestant 16′
16. Principal 08′
17. Doppelflöte 08′
18. Gemshorn 08′
19. Octave 04′
20. Rohrflöte 04′
21. Quinte 0223
22. Superoctave 02′
23. Mixtura Major V 02′
24. Mixtura Minor IV 0023
25. Cornet V (ab f0) 08
26. Trompete 16′
27. Trompete 08′
28. Trompete 04′
III Schwellwerk C–c4
29. Salicet 16′
30. Principal 08′
31. Bordun 08′
32. Gambe 08′
33. Vox coelestis 08′
34. Octave 04′
35. Traversflöte 04′
36. Quintflöte 0223
37. Flageolet 02′
38. Terzflöte 0135
39. Mixtur IV 02′
40. Fagott 16′
41. Trompete 08′
42. Oboe 08′
Tremulant
Pedal C–g1
43. Violon 32′
44. Principal 16′
45. Subbaß 16′
46. Quinte 1023
47. Octave 08′
48. Bartpfeife 08′
49. Superoctave 04′
50. Flöte 02′
51. Posaune 16′
52. Trompete 08′
53. Clarine 04′
  • Koppeln:
    • Normalkoppeln: I/II, III/II, III/I, I/P, II/P, III/P
    • Suboktavkoppeln: III/III, III/II
    • Superoktavkoppeln: III/III, III/II, III/I

Hochdruckwerk (2006)

Im Jahr 2006 wurde das Orgelensemble im Dom um ein Hochdruckwerk (Bombardewerk) mit zwei Hochdruckregistern erweitert: Eine Tuba episcopalis 8′ (Bischöfliche Tuba) und eine Tuba capitularis 8′ (Tuba des Domkapitels). Das Bombardewerk befindet sich im Westwerk des Domes, seitlich vor dem großen Westfenster zwischen den Türmen, auf den Triforiumsbänken auf etwa 20 m Höhe. Die Register sind in C- und Cis-Seite geteilt und beidseitig des Mitteljoches angeordnet. Die 122 Pfeifen der beiden Zungenstimmen ragen waagerecht in den Kirchenraum; sie sind allerdings nicht auf einer Ebene, sondern vertikal übereinander angeordnet.[64]

Die Fanfaren sollen für einen repräsentativen Klang auch bei vollbesetzter Kirche sorgen und werden nur zu Festgottesdiensten an hohen Feiertagen und bei besonderen Anlässen gespielt. Auch diese Register werden vom zentralen Spieltisch der Querhausorgel aus angespielt; sie lassen sich an jedes Manual und an das Pedal koppeln; darüber hinaus kann das Klangvolumen durch die Sub- und Superoktavkoppeln erweitert werden. Für den Organisten ist das Zusammenspiel eine besondere Herausforderung, da der Klang der weit entfernten Fanfaren erst einige Sekundenbruchteile später sein Ohr erreicht.[65]

Fanfaren C–c4
Tuba episcopalis (Bischöfliche Fanfare) 08′
Tuba capitularis (Fanfare des Domkapitels) 08′
  • Koppeln:
    • Normalkoppeln: Tuba/I, Tuba/II, Tuba/III, Tuba/IV, Tuba/P
    • Sub-/Superoktavkoppeln: Sub in Tuba, Super in Tuba, Äqual aus Tuba

Marienorgel

Marienorgel im Chorumgang

Die Marienorgel befindet sich ebenerdig seitlich des Chorraumes, im Chorgang (Marienkapelle). Sie wurde 1874 von Roetzel erbaut und stand ursprünglich in der Kirche von Balve. Sie wurde von Romanus Seifert 1963 in ein um 1700 entstandenes barocke Gehäuse eingebaut. Die Marienorgel hat mechanische Trakturen,[66] 12 Register auf zwei Manualwerken und einem Pedal[67] und versorgt ihre Pfeifen mit Luft über Schleifladen.

I Hauptwerk C-
1. Koppelflöte 08′
2. Prinzipal 04′
3. Quinte 0223
4. Mixtur IV
5. Trompete 08′
II Nebenwerk C-
6. Gedeckt 08′
7. Rohrflöte 04′
8. Prinzipal 02′
9. Cornett III
10. Cymbel II
Tremulant
Pedal C-d1
11. Subbass 16′
12. Flötbass II 08′ + 4′