St. Michael
Hinter dem Altar ist das Seitenschiff der Vorgängerkirche zu sehen, links die Orgel von 2008.

Die katholische Kirche St. Michael in Waldbröl wurde ab 1705 errichtet und 1706 geweiht. Patron ist der Erzengel Michael.

Geschichte

Das Geld für den Bau der Kirche entstammt dem Ergebnis eines Streits zwischen protestantischen und katholischen Bürgern, bei dem es um die Aufstellung eines steinernen Kreuzes auf dem Friedhof neben der Ev. Kirche zu Fronleichnam 1704 ging. Der Streit endete mit einem Bußgeld für die Protestanten von 3000 Talern. Mit diesem Geld wurde von den ca. 300 Katholiken in Waldbröl das neue Gotteshaus erbaut. Der Kirche fehlte zuerst ein Turm, welcher erst 60 Jahre später gebaut und mit zwei Glocken ausgestattet wurde.

Die selbständige Pfarrgemeinde St. Michael wurde 1805 errichtet. 1879 wurden die beiden Glocken durch zwei neue Exemplare ersetzt. Im Ersten Weltkrieg, am 26. Juni 1917 wurden diese für die Kriegswirtschaft beschlagnahmt; zwei neue Glocken konnten am 3. Mai 1925 geweiht werden. Die größere von beiden – auch „Friedensglocke“ genannt – wurde am 18. Februar 1942 wegen des Zweiten Weltkrieges wieder demontiert. Nach dem Krieg weihte am Sonntag, dem 8. Juli 1956 der Kölner Weihbischof Joseph Ferche fünf neue Glocken.

Die Kirche wurde mehrmals umgebaut, zuletzt von 1960 bis 1964. Das Pfarrhaus wurde 1855 fertiggestellt, es war ein Bruchsteinbau. Für die damalige Zeit muss es eines der schönsten Häuser des Dorfes gewesen sein.

Orgel

Über den Bau der ersten Orgel der Kirche sind keine Unterlagen vorhanden. Diese Orgel war aber wahrscheinlich sehr klein. Unter Pfarrer Hinkens wurde eine neue, bessere Orgel beschafft. Diese wurde 1942 abmontiert und zur Orgelbau-Firma Seifert nach Köln gebracht. Kurz vor der Vollendung wurde das Musikinstrument jedoch durch Bomben zerstört. Bis 1953 diente ein Harmonium als Ersatz. Zu Pfingsten 1953 wurde dann eine neue Orgel eingeweiht.

Ab 2004 wurde der Bau einer neuen Orgel vorbereitet, da die Orgel von 1953 inzwischen störanfällig geworden war. Sie wurde als Geschenk an die katholische Gemeinde in Graudenz (Polen) übergeben, nach Ostern 2008 in Waldbröl abgebaut und nach einer gründlichen Überarbeitung am 9. November 2008 in der dortigen Pfarrkirche Maximilian Kolbe eingeweiht.

Am 2. Dezember 2004 gründete sich der „Orgelbauverein St. Michael“ (OBV) zur Finanzierung der neuen Orgel. Sie wurde erbaut von der Orgelbaufirma Fasen. Die alte Orgelempore wurde abgebaut und die neue Orgel seitlich links von der Altarinsel aufgestellt. Sie wurde am 7. Dezember 2008 in Betrieb genommen und vom damaligen Kölner Weihbischof Rainer Maria Woelki geweiht. Sie verfügt über 25 Register mit 1436 klingenden Pfeifen (und 14 stummen Pfeifen im Prospekt) auf zwei Manualen und Pedal, mit vollmechanischer Registersteuerung und mechanischer Spieltraktur. Die Disposition der Orgel lautet wie folgt:

I Hauptwerk C–g3
Bourdon 16′ [Anm. 1]
Principal 8′ [Anm. 2]
Gedackt 8′ [Anm. 3]
Flûte harmonique 8′ [Anm. 4]
Octave 4′
Spitzflöte 4′
Superoctave 2′
Cornett IV 4′+223′+2′+135
Mixtur III 113
Trompete 8′
II Schwellwerk C–g3
Rohrflöte 8′ [Anm. 3]
Voix céleste 8′
Gamba 8′
Blockflöte 4′
Fugara 4′
Nazard 223
Flageolet 2′ [Anm. 5]
Tierce 135
Hautbois 8′
Tremulant
Pedal C–f1
Subbass 16′ [Anm. 6]
Octavbass 8′ [Anm. 2]
Gedacktbass 8′ [Anm. 7]
Choralbass 4′
Posaune 16′
Basstrompete 8′
Anmerkungen
  1. C–h1 Kiefer, ab c2 Metall,
    Cs–A im Seitenprospekt
  2. a b teilweise im Prospekt
  3. a b C–H Kiefer, ab c0 Metall
  4. teilweise im Prospekt, überblasend
  5. überblasend
  6. Kiefer, C–c0 im Seitenprospekt
  7. Kiefer

Pfarrer an St. Michael

Manfred Melzer

nach 1945

  • 1945–1970 Dechant Emmerich Wolter
  • 1971–1988 Franz Stausberg
  • 1989–1995 Manfred Melzer, emeritierter Kölner Weihbischof († 9. August 2018)
  • 1995–0000 Klaus Peter Jansen

Seelsorgebereich

St. Michael Waldbröl gehört zu dem Seelsorgebereich „An Bröl und Wiehl“. Dazu gehören die Pfarreien St. Bonifatius Bielstein, St. Mariä Himmelfahrt Wiehl und St. Antonius Denklingen.

Literatur